Neue Filmhefte zu „Rafiki“ und „Where to, Miss?“

Mit der neuen Filmheftreihe „Globaler Süden“ möchte Motivés e.V. einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Medium Film leisten, Lehrende und Pädagog*innen darin unterstützen, Filme aus und zu Themen des Globalen Südens in ihre Unterrichtsgestaltung einzubinden. Die Filmhefte richten einen starken inhaltlichen Fokus auf entwicklungspolitische Fragestellungen und bieten Anregungen, sich mit den filmsprachlichen Besonderheiten des jeweiligen Films zu beschäftigen. Die ersten beiden Filmhefte sind nun zu „Rafiki“ (Autor: Holger Twele) und „Where to, Miss?“ (Autorin Luc-Carolin Ziemann) zum kostenfreien Download auf der Website des Vereins erschienen.
Der Spielfilm „Rafiki“ von Wanuri Kahiu erzählt anhand der Liebesgeschichte zweier junger Frauen, deren Väter politische Kontrahenten sind, von einer kenianischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. – Der Dokumentarfilm „Where to, Miss?“ von Manuela Bastian begleitet über einen Zeitraum von drei Jahren eine junge Inderin, die in der Hauptstadt Delhi den ständigen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Emanzipation und den fest verankerten Traditionen der indischen Gesellschaft erlebt. Anhand ihres Schicksals erzählt der Film, warum es für eine indische Frau so schwierig ist, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu befreien.
https://motives-verein.de/
https://motives-verein.de/wp-content/uploads/2019/03/Wheretomiss_Filmheft_1-18_Downloadversion-1.pdf
https://motives-verein.de/wp-content/uploads/2019/03/Rafiki_Filmheft_2-18_Downloadversion.pdf

Arbeitshilfe zu „Camino a la Paz“

Das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) stellt diesen Film für die Bildungsarbeit und als home-DVD zur Verfügung. Die Arbeitshilfe wurde von Holger Twele erstellt. In seinem Spielfilmdebüt widmet sich der argentinische Regisseur Francisco Varone dem Genre des Roadmovies auf eine besondere Art und Weise. Schon der Titel deutet die Ambivalenz an. „Camino a la Paz“, „Der Weg nach La Paz“ beschreibt die tatsächliche Strecke von mehreren 1.000 Kilometern von Buenos Aires in die bolivianische Metropole, die während des Films tatsächlich zurückgelegt werden. Es geht aber auch um den „Weg zum Frieden“, den die beiden ungleichen Reisegenossen während ihrer gemeinsamen Zeit in einem alten Peugeot 505 einschlagen. Sébastian, Mitte 30, kommt eher zufällig durch die Verwechslung einer Telefonnummer zum Taxifahren, wird dann jedoch gleich von dem schrulligen alten Jalil angeheuert, ihn nach La Paz zu bringen. Von dort aus will er sich als gläubiger Moslem mit seinem Bruder zur Hadj nach Mekka aufmachen. Dass Jalil krank ist und ein altertümliches Dialysegerät mit sich führt, und dass er jedem, den er trifft, eine Mitfahrgelegenheit anbietet, nervt Sébastian. Doch die Fahrt mit ihren geplanten und ungeplanten Unterbrechungen wird für beide zu einer intensiven Begegnung, in der sie gezwungen sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Weitere Informationen und eine Arbeitshilfe (Autor: Holger Twele) zum Film finden Sie unter:
http://www.ezef.de

Rekord beim 8. EFA Young Audience Award

Junge Jurys aus dieses Jahr sogar 55 Städten in 34 Ländern in ganz Europa stimmen über die drei nominierten Filme des EFA Young Audience Award 2019 der European Film Academy (EFA) ab. Nominiert sind „Fight Girl“ von Johan Timmers (Niederlande/Belgien), „Thilda und die beste Band der Welt“ (Norwegen/Schweden) und „Old Boys“ von Toby MacDonald (Großbritannien/Schweden).
Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr die Nominierungen in zwei Schritten ermittelt: Zunächst hat ein internationales Komitee sechs Filme vorausgewählt. Anschließend sichtete eine Jury von 13- bis 14-jährigen ehemaligen YAA Teilnehmer*innen die sechs Filme und wählte daraus die drei Nominierungen für den EFA Young Audience Award 2019. Die drei nominierten Filme werden am 5. Mai in einer simultanen Vorführung einem Publikum von 12 bis 14-Jährigen in 34 Ländern in Europa und darüber hinaus gezeigt. Das junge Publikum wird auch als Jury fungieren und den Gewinner direkt nach der Vorführung küren. In einer wahrhaft europäischen Wahl übermitteln die Jurysprecher die nationalen Ergebnisse dann per Videokonferenz nach Erfurt (Deutschland), wo der Gewinner im Rahmen einer Preisverleihung verkündet wird. Die Zeremonie kann auf der Website yaa.europeanfilmawards.eu live verfolgt werden, auf der außerdem weiterführende Informationen über die nominierten Filme als auch die teilnehmenden Städte zu finden sind.
https://yaa.europeanfilmawards.eu/en_EN/yaa-award

Generation Kplus – Preisträger 2019

Die Mitglieder der Kinderjury Generation Kplus vergaben den Gläsernen Bären für den Besten Film an „Une colonie“ (Eine Kolonie) von Geneviève Dulude-De Celles, Kanada. „Im Gewinnerfilm wird das Teenagerleben realistisch dargestellt. Toll fanden wir, wie die verschiedenen Arten der Liebe verständlich rübergebracht wurden. Durch die beeindruckende Kameraführung und die Schauspielleistung hatte man das Gefühl, ganz nah dabei zu sein und konnte in verschiedenen Situationen lachen und weinen und seinen Gefühlen freien Lauf lassen.“ Eine Lobende Erwähnung ging an den französischen Film „Daniel fait face“ (Daniel) von Marine Atlan.
Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation Kplus vergaben ihren vom Deutschen Kinderhilfswerk gestifteten Großen Preis für den Besten Film an „Di yi ci de li bie“ (Ein erster Abschied) von Wang Lina, Volksrepublik China. Eine Lobende Erwähnung ging an den niederländisch-deutschen Kinderfilm „Mijn bijzonder rare week met Tess“ (Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess) von Steven Wouterlood. Weitere Preisträger und Jurybegründungen siehe Website der Berlinale.
https://www.berlinale.de

Generation 14plus – Preisträger 2019

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus vergaben den Gläsernen Bären für den Besten Film an „Hölmö nuori sydän“ (Stupid Young Heart) von Selma Vilhunen (Finnland / Niederlande / Schweden) und begründeten dies mit den Worten: „Der Film greift Themen auf, die vor allem für unsere Altersklasse von großer Relevanz sind. Er ergründet Motivationen des aktuellen politischen Rechtsruckes und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Durch die Kombination aus Humor, Ernsthaftigkeit und Emotionen erzählt dieser Film die Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die in ihrem Leben wenig Konstanten haben. Das radikale Erwachsenwerden der Protagonist*innen wird stets von der Auseinandersetzung mit Rassismus und der Suche nach Identität überschattet.“ Eine Lobende Erwähnung ging an den japanischen Film „We Are Little Zombies“ von Makoto Nagahisa.
Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation 14plus vergaben ihren von der Bundeszentrale für Politische Bildung gestifteten Großen Preis für den Besten Film an „Beol-sae“ (House of Hummingbird) von Kim Bo-ra, Republik Korea. Eine Lobende Erwähnung erhielt der indische Film „Bulbul Can Sing“ von Rima Das. Weitere Preisträger und Jurybegründungen siehe Website der Berlinale.
https://www.berlinale.de

Preis der deutschen Filmkritik 2018

Bei der Verleihung des Preises der deutschen Filmkritik 2018 hat der Verband der deutschen Filmkritik am 11. Februar 2019 „Das unmögliche Bild“ von Sandra Wollner als besten Film des Jahres ausgezeichnet und den Filmemacher Rudolf Thome für sein Lebenswerk geehrt. Seine Tochter Joya Thome konnte den Preis für den besten Kinderfilm für „Königin von Niendorf“ entgegennehmen. In der Kategorie Drehbuch gewann Josef Bierbichler für sein Script zu „Zwei Herren im Anzug“. Als bestes Spielfilmdebüt wurde Eva Trobischs nüchtern erzählter Film über Gewalt gegen Frauen „Alles ist gut“ ausgezeichnet.
Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik. Weitere Preisträger sind der Website des Verbands zu entnehmen.
https://www.vdfk.de/preis-der-deutschen-filmkritik-die-gewinner-2018-1656

Filmpädagogische Begleitmaterialien zum Film „Yuli“

Regisseurin Icíar Bollaín und Autor Paul Laverty erzählen vor dem bewegten Hintergrund der Historie Kubas in den letzten 40 Jahren die Geschichte einer unglaublichen Karriere, die aus einem Vorort Havannas bis ins Royal Ballett in London führt, wo Carlos Acosta zum ersten schwarzen Romeo im scheinbar ewig weißen Universum des klassischen Balletts wird. Zugleich ist der von Piffl Medien herausgebrachte Film „Yuli“ eine bewegende Familiengeschichte, die von der Liebe zueinander geprägt ist, aber auch von der widersprüchlichen Beziehung zum Vater.
Filmpädagogische Materialien (Autor: Holger Twele) finden sich unter:
http://yuli-der-film.de/downloads/artwork-texte/Medienpaedagogisches-Begleitheft-YULI-web.jpg

Begleitmaterialien zu „Inuk“ und „Der Polarexpress“

Das Kinderkinobüro Berlin hat im Rahmen des monatlichen Filmprogramms vor Weihnachten zwei neue filmpädagogische Begleitmaterialien herausgebracht (Autor: Holger Twele): Das Oscar-preisgekrönte Duo aus Tom Hanks und Regisseur Robert Zemeckis setzten mit dem in „Der Polarexpress“ eingesetzten Performance-Capture-Animationsverfahren den Grundstein für eine ganz neue Ära des Filmemachens: Die Schauspieler*innen werden dabei real gefilmt, um ihre Darstellung, ihre Mimik und Gestik anschließend auf die digitalen Figuren zu übertragen. Entstanden ist ein zauberhaftes Nordpolabenteuer mit viel Charme, Einfallsreichtum und Herz, das auf wunderschöne Weise auf die Weihnachtszeit einstimmt.
Der Film „Inuk“ entführt ebenfalls in den Hohen Norden, in diesem Fall nach Grönland. Inuks Vater war Robbenjäger und ist im Eis tödlich verunglückt, als Inuk noch ein Baby war. Jahre später lebt der Jugendliche in der grönländischen Hauptstadt Nuuk und gerät, von der Mutter vernachlässigt, langsam außer Kontrolle. Als der Teenager zum wiederholten Male in der eisigen Nachtkälte von der Polizei aufgegriffen wird, schickt ihn das Jugendamt in ein Kinderheim in seinem Geburtsort Uummannaq. 500 Kilometer nördlich des Polarkreises sollen die Jugendlichen ihre Jeans gegen Hosen aus Eisbärenfell eintauschen und von örtlichen Jägern mit der traditionellen Lebensweise der Inuit vertraut gemacht werden.
https://www.kinderkinobuero.de/downloads/film-des-monats/der-polarexpress_Filmheft.pdf
https://www.kino-ab-10.de/downloads/begleitmaterial/inuk/inuk_Filmheft.pdf

Preisträger Deutscher Menschenrechts-Filmpreis

Nach der letzten Sitzung der vier Fachjurys stehen die sechs Preisträger des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2018 fest, die bei der Preisverleihung am 8. Dezember im Beisein von Schirmherr Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., in der Nürnberger Tafelhalle geehrt werden. Dieses Jahr wurden 382 Produktionen in den fünf Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, Hochschule und Amateure zur Sichtung und Bewertung vorgelegt. Zudem wurde aus allen Einreichungen ein Bildungspreis ermittelt. Preisträger in der Kategorie Langfilm sind der schon mit mehreren anderen Preisen ausgezeichnete Spielfilm „Styx“ von Wolfgang Fischer, in der Kategorie Kurzfilm der Dokumentarfilm „Joe Boots“ von Florian Baron, in der Kategorie Magazinbeitrag „Erst integrieren, dann abschieben: Deutschlands absurde Asylpolitik“ von Naima El Moussaoui und Ralph Hötte, in der Kategorie Hochschule der Dokumentarfilm „Thinking like a Mountain“ von Alexander Hick und in der Kategorie Amateure „Just a normal Girl“ von Vanessa Ugiagbe. Der Bildungspreis aus allen nominierten Einsendungen ging an „Der Tatortreiniger – Sind Sie sicher?“ von Arne Feldhusen und Mizzi Meyer.
„In den sechs Preisträger-Filmen spiegeln sich sowohl die hohe Qualität der vorgelegten Filme als auch die Vielfalt behandelter Themen wider, die vom Themenkomplex Flucht und Integration über Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen bis zu Filmen beispielsweise zum Thema kulturelle Identität reichen. In den Filmen wurde erneut sichtbar, dass Menschenrechte weiter unter Druck stehen – in Europa, weltweit – aber auch in Deutschland“, so Klaus Ploth, Mitglied des aus 21 Institutionen und Verbänden bestehenden Veranstalterkreises des Wettbewerbs.
http://www.menschenrechts-filmpreis.de

Kinderfilme zum Weihnachtsfest 2018

Das Online-Magazin www.kinderfilmwelt.de hilft all denen, die zu Weihnachten einen passenden Film für ihre Kinder und Enkel verschenken möchten oder einfach Anregungen für einen schönen Filmabend in der Familie suchen. Die vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) herausgebrachte Filmliste versammelt die 16 schönsten, lustigsten und spannendsten Filme, die speziell für Kinder von 4 bis 9 Jahren empfohlen werden, aber an denen auch ältere Kinder und ihre Eltern Spaß haben. In diesem Jahr haben unabhängige Medienpädagog*innen Filme ausgewählt, an denen man sich kaum satt sehen kann. „Coco“-Lebendiger als das Leben! erzählt vom Traum des mexikanischen Jungen Miguel Musiker zu werden in rauschhaften Bildern. Der Spielfilm „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ führt Michael Endes Stoff aus der Puppenstube in die große weite Welt und versetzt das junge Publikum in Staunen. „Paddington 2“ ist schon ein alter Bekannter. Der freundliche Bär strahlt Harmonie aus zur Weihnachtszeit. Und natürlich gibt es auch Tipps für die ganz jungen Filmfans: Die Staffeln von „Timmy dem Schäfchen oder von „Die Kinder aus dem Möwenweg“ können schnell zum Lieblingsvideo kleinerer Kinder werden. Abgerundet wird die Auswahl durch Entdeckungen wie „Königin von Niendorf“, einem Abenteuerfilm, der in den Sommerferien spielt, aber in den Weihnachtsferien genauso mitreißend ist.
http://www.kinderfilmwelt.de
http://www.kinderfilmwelt.de/weihnachtsempfehlungen