Eine Lola für „Wintertochter“

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2012 am 27. April in Berlin hat in der Preiskategorie „Programmfüllende Kinderfilme“ überraschend der ursprünglich nicht nominierte Film „Wintertochter“ (Regie: Johannes Schmid) eine Lola als höchste Auszeichnung erhalten. Damit hat der erst im Wild Card-Verfahren seitens der Produzenten Philipp Budweg, Thomas Blieninger und Mikolaj Pokromski nachnominierte deutsch-polnische Film, der nach einem originären Filmstoff entstand, die gesamte Konkurrenz an Literaturverfilmungen und bekannten Marken hinter sich gelassen.
Die von der Kinderfilmszene wie auch von Kulturstaatsminister Bernd Neumann unterstützte Forderung nach mehr deutschen Kinderfilmen, die sich auf vielfältige Weise mit der Lebenswirklichkeit von Kindern auseinander setzen und auch originären Filmstoffen eine Chance geben, hat mit dieser – offenbar von Kindern in kurzen Statements mitgetragenen Entscheidung – einen wichtigen Impuls erhalten. Ihn gilt es aufzugreifen und weiter zu verstärken, denn selbst mit diesem bedeutenden Preis im Rücken müssen die Vertriebswege und Abspielmöglichkeiten im Kino und Fernsehen noch gestärkt werden, damit der Film das Publikum erreicht, das er verdient und für das er gemacht wurde.

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