Hofer Dokumentarfilmpreis 2017

Der auf den Internationalen Hofer Filmtagen 2017 zum dritten Mal vergebene Granit-Dokumentarfilmpreis ging an den Film „Die Legende vom hässlichen König“ von Hüseyin Tabak („Deine Schönheit ist nichts wert“, „Das Pferd auf dem Balkon“). In seinem Dokumentarfilm, an dem er mehr als sieben Jahre lang arbeitete, geht er dem Leben und Werk des legendären kurdischen Filmemachers Yilmaz Güney nach, der sich sowohl als Darsteller als auch als Regisseur, Filmkünstler und Regimekritiker weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht hatte. Zu mehr als 100 Jahren Haft verurteilt, drehte er seine erfolgreichsten Filme aus dem Gefängnis heraus, darunter sein inzwischen frisch restauriertes Meisterwerk „Yol – Der Weg“, für den er 1982 die Goldene Palme in Cannes erhielt.
Für den in Deutschland geborenen und aufgewachsenen kurdischstämmigen Filmemacher Hüseyin Tabak, der bei Michael Haneke in Wien studierte, war Güney schon immer ein großes Vorbild. Gleichwohl ist Tabak der Gefahr entgangen, seiner Filmlegende einfach nur ein distanzloses Denkmal zu setzen oder ihn gar zum Helden zu stilisieren. Mit den Mitteln des Kinos und der Filmsprache, nicht zuletzt dank einer die bloße Chronologie sprengenden Dramaturgie ist es ihm gelungen, die Legende Güney wieder lebendig werden zu lassen und in Erinnerung zu rufen, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen. Das galt schon zu Güneys Lebzeiten und heute nicht minder.
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