LUCAS Internationales Festival für junge Filmfans

Das altehrwürdige Festival, das zu einem der ältesten Kinderfilmfestivals weltweit gehört, hat sich 2016 unter einer neuen Leitung vollkommen neu aufgestellt, stellt die Vermittlung von Filmkompetenz und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Mittelpunkt und verleiht selbstverständlich weiterhin auch Preise.
Die Hauptpreise in der Kategorie Langfilm gehen dieses Jahr an den deutschen Spielfilm „Ofline – Das Leben ist kein Bonuslevel“ von Florian Schnell in der Altersgruppe 8+, bei dem die Welt eines Online-Games mit der äußeren Realität der jungen Spieler in Kontakt und in Konflikt gerät, sowie an „Sparrows“ (IS/DK/HR 2015) von Rúnar Rúnarsson in der Altersgruppe 13+. In diesem Film wird ein 16-jähriger Junge in die unwirtliche Einöde Islands und die Obhut seines alkoholkranken Vaters verbannt und sucht nach Zuneigung, Sinn und Identität.
Die Jury der Europäischen Kinderfilmvereinigung ECFA vergab ihren Preis an den türkischen Film „Rauf“ von Baris Kaya und Soner Caner, der bereits im Wettbewerb Generation der Internationalen Filmfestspiele Berlin vertreten war. Der Film erzählt die Geschichte des neunjährigen kurdischen Jungen Rauf, der im Kriegsgebiet im Nordosten der Türkei lebt. Als er nicht mehr zur Schule gehen will, schickt ihn sein Vater als Lehrling zu einem Schreiner. Rauf lernt schnell, befeuert von seiner Zuneigung zur deutlich älteren Zana, der Tochter des Schreiners. Ebenfalls bereits auf der Berlinale präsentiert wurde der indische Film „Sairat / Wild“ von Nagraj Manjule, der in Frankfurt den undotierten Publikumspreis erhielt. Die Liebesgeschichte, die wie ein buntes Bollywood-Musical beginnt, verwandelt sich in ein gesellschaftskritisches Drama, das Kastendiskriminierung im heutigen Indien thematisiert und nicht zuletzt durch seine anspruchsvolle Kameraarbeit beeindruckt. Weitere Preisträger siehe:
www.lucas-filmfestival.de

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