44 Filme – 44 Perspektiven

Vom 21. bis 23. Juni ist die Kulturstadt Hildesheim erneut Gastgeberin des Bundes.Festival.Film. Zur 32. Auflage des Filmfestivals für Filmschaffende aller Generationen werden etwa 500 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Bereits am Freitag (21.06., 14:00 Uhr) eröffnen Festivalleiter Thomas Hartmann vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) und Dr. Volker Wortmann von der Stiftung Universität Hildesheim das Programm im Thega Filmpalast. Ab 14:30 Uhr läuft der erste Filmblock. Der Festivaltag endet gegen 22:30 Uhr. Am Samstag (22.06.) sind zwischen 9:30 Uhr und 18:30 Uhr in insgesamt vier Filmblöcken weitere Arbeiten von Filmemacherinnen und Filmemachern aller Generationen zu sehen.
Die 44 gezeigten Produktionen wurden von zwei Fachjurys aus 767 Einreichungen für das Festivalprogramm nominiert. Die Preisverleihung findet am Samstagabend ab 20:15 Uhr statt – ebenfalls im Thega Filmpalast. Überreicht werden die Preise durch Peter Joseph (Leiter des Referats „Jugend und Bildung“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) sowie Dirk Schröder (Leiter Abteilung „Migration und Generationen“ im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung). Alle Film-Screenings sowie die drei Paneldiskussionen sind öffentlich und kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
https://www.bundesfestival.de

Preisträger Goldener Spatz 2019

Das 27. Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz hat seinen 40. Geburtstag gebührend gefeiert und konnte in diesem Jahr 18.000 Besucher*innen verbuchen. Mit der Verleihung der Preise fand das Festival am Freitag, den 7. Juni seinen Höhepunkt. Den Preis im Bereich Langfilm gewann „TKKG“ (Deutschland 2019, Produktion: Kundschafter Filmproduktion GmbH, Koproduktion: Delta Film GmbH, Warner Bros. Entertainment GmbH, Weltvertrieb: Beta Film GmbH, Verleih: Warner Bros. Pictures, Regie: Robert Thalheim, Buch: Robert Thalheim und Peer Klehmet). Der GOLDENE SPATZ für den besten Langfilm ist mit dem 1.500 Euro dotierten Sonderpreis des Thüringer Ministerpräsidenten verbunden, der somit an den Regisseur Robert Thalheim geht. Hauptdarsteller Ilyes Moutaoukkil in der Rolle von Tim im gleichen Film erhielt den Preis für den besten Darsteller. Der Preis für den besten Kurzfilm ging an „Räuber Ratte“ (Großbritannien/Südafrika/Deutschland 2017/2018, Sender: BBC, ZDF, Regie: Jeroen Jaspaert, Buch: Jeroen Jaspaert, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Julia Donaldson und Axel Scheffler. Den Preis des MDR Rundfunkrates für das beste Drehbuch erhielt Laura van Dijk für „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ (Niederlande/Deutschland2018/2019, Regie: Steven Wouterlood, Buch: Laura van Dijk, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Anna Woltz). Weitere Preisträger siehe Website des Festivals.
https://www.goldenerspatz.de

Kinder brauchen Geschichten!

Jetzt Stipendiatin werden an der Akademie für Kindermedien 2019/2020. Bewerbungen möglich bis zum 23. August 2019. Autor*innen für Film, Fernsehen, Literatur und Theater, Kreative aus den Bereichen Games und Virtual Reality sowie Designer von Spielzeug und Konsumgütern können sich mit einer Projektidee für Zielgruppen zwischen 6 und 13 Jahren in den Bereichen Buch, Story World und Film an der Akademie für Kindermedien bewerben. Dieses Stipendiatenprogramm ermöglicht Kreativen, eigene Ideen bis zur Marktreife zu entwickeln und trägt dazu bei, dem jungen Publikum qualitativ hochwertige Stoffe auf verschiedenen Plattformen zugänglich zu machen. Zum Abschluss des Akademiejahrgangs 2019/2020 wird ein herausragendes Projekt mit dem Förderpreis der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) in Höhe von 15.000 Euro ausgezeichnet. Zudem wird der mit 2.500 Euro dotierte Magellan-Preis verliehen.
Pro Jahr durchlaufen zwölf Stipendiat*innen dieses einzigartige Programm, aus dem bereits zahlreiche Filme, Bücher und Serien für das junge Publikum hervorgegangen sind und das ein inzwischen mehr als 200 Kreative umfassendes, produktives Alumni-Netzwerk aufgebaut hat. Im Zentrum der Akademie für Kindermedien steht die Arbeit am eigenen Projekt in den Bereichen Buch, Story World und Film. Begleitet wird die Stoffentwicklung von einem Team aus erfahrenen Mentor*innen und Co-Mentor*innen. Eine wesentliche Bedeutung haben neben dem Vorantreiben des eigenen Projekts die Kooperationen mit den Partnern der Akademie. Die Stipendiatinnen entwickeln mit Redakteurinnen vom ZDF Ideen für bestehende TV-Serien oder neue Kinderbuch-Konzepte mit Lektorinnen des Magellan Verlags. Für das Kooperationsprojekt mit dem KiKA kann mit der Bewerbung erstmals zusätzlich eine Ideenskizze für ein serielles Format für Kinder ab 8 Jahren eingereicht werden für das Thema Autismus/Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Weitere Informationen siehe:
http://www.akademie-kindermedien.de/bewerbung

„Fight Girl“ gewinnt EFA Young Audience Award 2019

In einer wahrhaft europäischen Abstimmung haben Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren aus 34 europäischen Ländern und 55 Städten den niederländischen Film „Fight Girl“ von Johan Timmers zum Gewinner des EFA Young Audience Awards 2019 gekürt. In dem Coming of Age-Film entdeckt ein zwölfjähriges Mädchen, deren Eltern sich in Scheidung befinden, ihr Talent für das Kickboxing, wobei sie vor allem lernen muss, ihre unkontrollierte Wut in geordnete Bahnen zu lenken.
Im Anschluss an die Vorführungen am 5. Mai diskutierten europaweit mehr als 2.800 junge Kinoliebhaber die drei nominierten Filme, bevor sie ihren Favoriten auswählten. Die Ergebnisse aus den jeweiligen Städten wurden per Videokonferenz live nach Erfurt übermittelt, wo Ivana Noa, ehemalige Jurorin aus Belgien, durch die als Live-Stream im Internet übertragene Preisverleihung führte. Die Aufzeichnung bleibt als VoD im Internet abrufbar, ebenso wie weitere Informationen zum Preis und zu den nominierten drei Filmen, unter:
https://yaa.europeanfilmawards.eu

Aller guten Dinge sind zwei

Nach dem erfolgreichen Gastspiel im vergangenen Jahr findet das 32. Bundes.Festival.Film. erneut in Hildesheim statt. Vom 21. bis 23. Juni treffen sich Deutschlands beste Nachwuchsfilmemacherinnen und -filmemacher im Thega Filmpalast und präsentieren ihre Produktionen. Das Bundes.Festival.Film. bildet das Finale der beiden Bundeswettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Über 750 Produktionen wurden im aktuellen Jahrgang eingereicht, zwei Jurys wählten daraus nun die Nominierungen für das Festival aus. Als generationenübergreifendes Filmforum ist das Bundes.Festival.Film. die traditionsreichste und größte Veranstaltung seiner Art in Deutschland. Alle zwei Jahre wechselt es den Austragungsort und setzt damit bundesweit Impulse für die aktive Filmarbeit. Mit der Stiftung Universität Hildesheim und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst wurden erneut zwei kompetente und engagierte Partner gefunden, die die Festivaltage für Nominierte, Preisträger und Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Insgesamt 44 Filme werden während der drei Festivaltage in öffentlichen und kostenfrei zugänglichen Screenings präsentiert und abschließend in verschiedenen Altersgruppen und Sonderkategorien ausgezeichnet. Am Veranstaltungswochenende werden bis zu 400 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet.
http://www.bundesfestival.de

goEast Preisträger 2019

Im 19. Jahr des Festivals des mittel-und osteuropäischen Films goEast stachen bei den Wettbewerbsfilmen vor allem Werke hervor, die Generationenkonflikte zum Thema hatten und den Fokus auf junge Menschen damals und heute setzten, die mit der Politik der älteren Generation unzufrieden waren und dagegen Widerstand leisteten. Geradezu exemplarisch dafür steh der russische Debütfilm „Acid“ von Alexander Gorschilin, der mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet wurde. Während zwei langjährige Freunde orientierungslos vor sich hintreiben und ihrer Einsamkeit mit Partys, Sex, Drogen und Selbstverstümmelung zu entkommen suchen, verfolgen die Eltern ausschließlich ihre eigenen Interessen und stehen den Problemen ihrer Kinder verständnislos gegenüber. Es ist die auch formal radikal umgesetzte Zustandsbeschreibung einer verlorenen Generation, wobei andere Filme aus Russland und aus Osteuropa dieser Tendenz auch weitaus optimistischere Perspektiven abgewinnen konnten. Weitere Preisträger siehe unter:
https://www.filmfestival-goEast.de
Siehe auch meinen Artikel unter:
https://www.artechock.de/film/text/artikel/2019/04_18_goeast2019.html

Neue Durchblick-DVD zu „Fridas Sommer“

Der autobiografisch geprägte spanische Film „Fridas Sommer“ (OT: Estiu 1993)“ von Carla Simón lässt uns teilhaben an den Gefühlen eines Mädchens, das beide Eltern verloren hat und nach neuem Halt im Leben sucht. Nach dem Tod ihrer beiden Eltern wird das sechsjährige Mädchen liebevoll von Verwandten aufgenommen, die auf dem Land leben. Frida lebt sich nur zögerlich in die neue Umgebung ein, obwohl sie mit ihrer jüngeren Cousine Anna das ungebundene Leben auf dem Land erkunden kann. Trotz des strahlenden Sommers macht sich immer wieder Traurigkeit bei Frida breit. Die Stärke des Films liegt darin, dass Kinder sehr gut mit Frida mitfühlen können, weil er immer auf Augenhöhe des Mädchens bleibt. Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) hat nun zu diesem bereits auf vielen Festivals preisgekrönten und beeindruckenden Film eine Durchblick-DVD mit umfangreichen Begleitmaterialien (Autor: Holger Twele) herausgegeben.
https://durchblick.clubfilmothek.de/frida/lehrer/Fridas_Sommer_gesamt.pdf

Neue Filmhefte zu „Rafiki“ und „Where to, Miss?“

Mit der neuen Filmheftreihe „Globaler Süden“ möchte Motivés e.V. einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Medium Film leisten, Lehrende und Pädagog*innen darin unterstützen, Filme aus und zu Themen des Globalen Südens in ihre Unterrichtsgestaltung einzubinden. Die Filmhefte richten einen starken inhaltlichen Fokus auf entwicklungspolitische Fragestellungen und bieten Anregungen, sich mit den filmsprachlichen Besonderheiten des jeweiligen Films zu beschäftigen. Die ersten beiden Filmhefte sind nun zu „Rafiki“ (Autor: Holger Twele) und „Where to, Miss?“ (Autorin Luc-Carolin Ziemann) zum kostenfreien Download auf der Website des Vereins erschienen.
Der Spielfilm „Rafiki“ von Wanuri Kahiu erzählt anhand der Liebesgeschichte zweier junger Frauen, deren Väter politische Kontrahenten sind, von einer kenianischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. – Der Dokumentarfilm „Where to, Miss?“ von Manuela Bastian begleitet über einen Zeitraum von drei Jahren eine junge Inderin, die in der Hauptstadt Delhi den ständigen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Emanzipation und den fest verankerten Traditionen der indischen Gesellschaft erlebt. Anhand ihres Schicksals erzählt der Film, warum es für eine indische Frau so schwierig ist, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu befreien.
https://motives-verein.de/
https://motives-verein.de/wp-content/uploads/2019/03/Wheretomiss_Filmheft_1-18_Downloadversion-1.pdf
https://motives-verein.de/wp-content/uploads/2019/03/Rafiki_Filmheft_2-18_Downloadversion.pdf

Arbeitshilfe zu „Camino a la Paz“

Das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) stellt diesen Film für die Bildungsarbeit und als home-DVD zur Verfügung. Die Arbeitshilfe wurde von Holger Twele erstellt. In seinem Spielfilmdebüt widmet sich der argentinische Regisseur Francisco Varone dem Genre des Roadmovies auf eine besondere Art und Weise. Schon der Titel deutet die Ambivalenz an. „Camino a la Paz“, „Der Weg nach La Paz“ beschreibt die tatsächliche Strecke von mehreren 1.000 Kilometern von Buenos Aires in die bolivianische Metropole, die während des Films tatsächlich zurückgelegt werden. Es geht aber auch um den „Weg zum Frieden“, den die beiden ungleichen Reisegenossen während ihrer gemeinsamen Zeit in einem alten Peugeot 505 einschlagen. Sébastian, Mitte 30, kommt eher zufällig durch die Verwechslung einer Telefonnummer zum Taxifahren, wird dann jedoch gleich von dem schrulligen alten Jalil angeheuert, ihn nach La Paz zu bringen. Von dort aus will er sich als gläubiger Moslem mit seinem Bruder zur Hadj nach Mekka aufmachen. Dass Jalil krank ist und ein altertümliches Dialysegerät mit sich führt, und dass er jedem, den er trifft, eine Mitfahrgelegenheit anbietet, nervt Sébastian. Doch die Fahrt mit ihren geplanten und ungeplanten Unterbrechungen wird für beide zu einer intensiven Begegnung, in der sie gezwungen sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Weitere Informationen und eine Arbeitshilfe (Autor: Holger Twele) zum Film finden Sie unter:
http://www.ezef.de

Rekord beim 8. EFA Young Audience Award

Junge Jurys aus dieses Jahr sogar 55 Städten in 34 Ländern in ganz Europa stimmen über die drei nominierten Filme des EFA Young Audience Award 2019 der European Film Academy (EFA) ab. Nominiert sind „Fight Girl“ von Johan Timmers (Niederlande/Belgien), „Thilda und die beste Band der Welt“ (Norwegen/Schweden) und „Old Boys“ von Toby MacDonald (Großbritannien/Schweden).
Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr die Nominierungen in zwei Schritten ermittelt: Zunächst hat ein internationales Komitee sechs Filme vorausgewählt. Anschließend sichtete eine Jury von 13- bis 14-jährigen ehemaligen YAA Teilnehmer*innen die sechs Filme und wählte daraus die drei Nominierungen für den EFA Young Audience Award 2019. Die drei nominierten Filme werden am 5. Mai in einer simultanen Vorführung einem Publikum von 12 bis 14-Jährigen in 34 Ländern in Europa und darüber hinaus gezeigt. Das junge Publikum wird auch als Jury fungieren und den Gewinner direkt nach der Vorführung küren. In einer wahrhaft europäischen Wahl übermitteln die Jurysprecher die nationalen Ergebnisse dann per Videokonferenz nach Erfurt (Deutschland), wo der Gewinner im Rahmen einer Preisverleihung verkündet wird. Die Zeremonie kann auf der Website yaa.europeanfilmawards.eu live verfolgt werden, auf der außerdem weiterführende Informationen über die nominierten Filme als auch die teilnehmenden Städte zu finden sind.
https://yaa.europeanfilmawards.eu/en_EN/yaa-award