„Wallay“ gewinnt EFA Young Audience Award 2018

In einer wahrhaft europäischen Wahl hat am 6. Mai eine Kinderjury mit mehr als 2.000 Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren in 43 Städten quer durch Europa über den besten europäischen Kinderfilm abgestimmt. Der Gewinner des Europäischen Kinderfilmpreises ist „Wallay“ von Regisseur Berni Goldblat, eine Koproduktion zwischen Frankreich, Burkina-Faso und Katar. Dieser Film siegte nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen vor „Girl in Flight“ von Sandra Vannucchi. „Wallay“ handelt vom 13-jährigen in Paris lebenden Ady, der zu seinem Onkel nach Burkina-Faso geschickt wird. Hier soll er mehr über Respekt und seine Wurzeln lernen. Es geht um Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Der Regisseur Berni Goldblat konnte den Preis am Abend des 6. Mai nicht persönlich entgegennehmen, war aber live per Videokonferenz in Erfurt zugeschaltet. Auch die nationalen Ergebnisse aller Städte wurden live per Videokonferenz bekannt gegeben. Ausstrahlungsort der Preisverleihung war Erfurt mit dem GOLDENEN SPATZ als Mitveranstalter.
http://yaa.europeanfilmawards.eu/

BJF-Jahrestagung 2018: Kult. Filmarbeit erfolgreich

Aktuelle Kinder- und Jugendfilme, Präsentationen und Referate, Workshops und der Austausch von Erfahrungen, wie sich kulturelle Filmarbeit im digitalen Zeitalter erfolgreich gestalten lässt, standen auf dem Programm der Jahrestagung des BJF, die vom 20. bis 22. April 2018 in Wiesbaden-Naurod stattfand. Die Tagung richtete sich gleichermaßen an Fachkräfte der Jugend- und Kulturarbeit, Lehrer*innen und filminteressierte Jugendliche.
In einem Impulsreferat machte Prof. Dr. Horst Niesyto deutlich, dass sich in den vergangenen 30 Jahren in der nichtgewerblichen Filmarbeit keineswegs alles verändert hat, durch die Digitalisierung aber neue Herausforderungen hinzugekommen sind wie etwa der Schutz der eigenen Rechte im Internet. Das seinerzeit noch geforderte Aktivieren produktiver Formen der Filmarbeit, in denen Jugendliche ihre eigenen Filme herstellen, wichtige Erfahrungen machen und Erfolgserlebnisse sammeln können, ist inzwischen fast schon zum „Normalfall“ geworden. Unverändert von großer Bedeutung bleibt allerdings die rezeptive Filmarbeit mit einem wahrnehmungs- und subjektorientierten Ansatz, bei der junge Menschen an Filme herangeführt werden und sich mit ihnen aktiv und kommunikativ auseinandersetzen, je nach Alter eher spielerisch-kreativ oder sprachlich. Soziokulturelle Bezüge und direkte Partizipation, etwa in der Einbindung der Jugendlichen bereits bei der Filmauswahl, sollten heute selbstverständlich sein. Im Unterschied zu vielen Produkten der kommerziell ausgerichteten Filmindustrie machten die Mitglieder des BJF die Erfahrung, dass das junge Publikum auch Filme mit ernsten Themen sehen will, vorausgesetzt, sie haben mit der Lebensrealität von Jugendlichen zu tun, sind aus ihrer Perspektive erzählt und stellen nach Möglichkeit auch Handlungsentwürfe bereit.

Im Bild Jugendliche der FBW Jugend-Filmjury Oberhausen im Gespräch mit Regisseur Alain Gsponer über seinen Film „Jugend ohne Gott“.

 

 

 

 

Der BJF hat frühzeitig die Weichen gestellt, um den alten und neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, etwa mit der Clubfilmothek, die neben Filmen zu den besonders gewünschten Themen über aktuelle Familienmodelle, Selbsterfahrung, Religion und (geschlechtliche) Identität verstärkt auch Kurzfilme mit niedrigschwelligen Zugängen und für junge Menschen mit Migrationshintergrund im Angebot hat. Mit erweiterten Lizenzen, dem auf der Tagung als Beta-Version vorgestellten neuen BJF-Online-Filmportal sowie überarbeiteten Verleihkonditionen auf einer sicheren Rechtsgrundlage wurden wesentliche Ausgangsbedingungen für eine erfolgreiche Filmarbeit geschaffen. In mehreren Workshops stellten die eingeladenen Jugendlichen partizipative Projekte vor und entwickelten einen Filmkritik-Kanal auf YouTube.
http://www.bjf.info/news/?id=484&p=0
http://www.bjf.info/veranstaltungen/jahrestagung

„Amelie rennt“ gewinnt Deutschen Filmpreis 2018

Der von Philipp Budweg, Thomas Blieninger und Martin Rattini produzierte Film „Amelie rennt“ unter der Regie von Tobias Wiemann erhielt den Deutschen Filmpreis 2018 in der Kategorie „Kinderfilm“ und konnte sich damit gegen seinen härtesten Konkurrenten „Die kleine Hexe“ durchsetzen. In diesem auf Festivals bereits mehrfach ausgezeichneten Film steht ein an Asthma erkranktes Mädchen im Mittelpunkt, das in den Südtiroler Bergen förmlich über sich selbst hinauswächst.
In den anderen Kategorien war der Film „3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef der große Gewinner, der mit allein 7 Lolas abräumte, darunter neben den Preisen für die besten Haupt- und Nebendarsteller und für die Regie der Hauptpreis als Bester Film (Silber-Lola für „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin, Bronze-Lola für „Western“ von Valeska Grisebach). Insgesamt standen Preisgelder der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in einer Gesamthöhe von knapp 3 Mio. Euro zur Vergabe, wobei die Mitglieder der Deutschen Filmakademie über die Preise entschieden.
http://www.deutscher-filmpreis.de

Kinostart des französisch-algerischen Spielfilms „Timgad“

Das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) startet den auch in der Produktion geförderten französisch-algerischen Spielfilm „Timgad“ von Fabrice Benchaouche in Eigenregie am 3. Mai 2018, nachdem sich kein größerer Verleih fand, der den sehr gut ins Vor- und Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft passenden Film übernehmen wollte.
In dem kleinen algerischen Ort Timgad, berühmt durch seine römischen Ruinen, werden in einer Nacht elf Jungen und ein Mädchen geboren. Zehn Jahre später gründet der Dorfschullehrer mit den elf Jungen seiner Klasse eine Fußballmannschaft. Sein Ziel ist es, seine Mannschaft für ein Turnier in Marseille zu qualifizieren. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg und es gilt viele Stolpersteine zu überwinden, die nicht alle nur mit Fußball zu tun haben. Der Film beginnt märchenhaft – doch im Hintergrund schwingt auch die Tragik des algerischen Bürgerkriegs mit, die jedoch nicht unmittelbar thematisiert wird.
Als DVD steht der Film demnächst auch für die Bildungsarbeit zur Verfügung, mit Begleitmaterialien, die von Holger Twele erstellt wurden.
http://www.ezef.de

Deutschlands Filmszene trifft sich in Hildesheim

Vom 22. bis 24. Juni 2018 gastiert das Bundes.Festival.Film. im Thega Filmpalast in Hildesheim. 400 Gäste werden aus ganz Deutschland erwartet. Das einzigartige, generationenübergreifende Nachwuchs-Filmfestival findet damit erstmals in Niedersachsen statt. Es markiert den feierlichen Abschluss und Höhepunkt der beiden Bundeswettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Während der Festivaltage in Hildesheim werden die Preisträgerinnen und Preisträger gekürt. Über 880 Einreichungen gab es in diesem Jahr bei den Filmwettbewerben. Die besten Arbeiten wurden für das Bundes.Festival.Film. nominiert, das sich als Plattform für überraschende Filmideen, spannende Erzählweisen und authentische Protagonistinnen und Protagonisten versteht. Das Besondere an der Veranstaltung ist ihr generationenübergreifender Ansatz. Hier treffen sich junge und ältere Filmemacherinnen und Filmemacher, um ihre Arbeiten zu diskutieren. Auf diese Weise fördert das Festival die Gemeinschaft zwischen verschiedenen Generationen. Es entsteht eine Plattform des non-formalen und informellen Lernens in Gruppen von Menschen mit gleichen Interessenlagen. Die Themen, die in den hier vorgelegten Arbeiten sichtbar werden, schaffen Verständigung und Verständnis zwischen „Jung“ und „Alt“.
http://www.bundesfestival.de

Ausschreibung zum Dt. Menschenrechts-Filmpreis

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird seit 1998 anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte verliehen. Im zweijährigen Rhythmus zeichnet er herausragende Film- und Fernsehproduktionen aus, die sich allen Menschenrechtsthemen annehmen. Zugleich würdigt der Preis das Engagement von Filmemacher*innen. Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis ist ein Regie-Preis. In sechs Kategorien wird jeweils eine Preisträgerin bzw. ein Preisträger geehrt. Zugelassen sind Filme in deutscher Sprache oder deutsch untertitelt (oder ohne Dialog) aller Genres. Die Filme müssen nach dem 31.12.2015 fertiggestellt worden sein. Für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis gelten aktuell folgende Kategorien: Profi Langfilm – Profi Kurzfilm – Profi Magazinbeitrag – Hochschule – Amateure – Bildungspreis. Einsendeschluss ist der 24.08.2018. Die Preisträger werden am 25.10.2018 bekanntgegeben, die Preisverleihung in Nürnberg findet am 8. Dezember 2018 statt.
http://www.menschenrechts-filmpreis.de

Nominierungen EFA Young Audience Award 2018

Die drei Nominierungen für den diesjährigen Young Audience Award der Europäischen Filmakademie (EFA stehen nun fest. Es handelt sich um die italienisch-schweizerische Koproduktion „Girl in Flight“ von Sandra Vannucchi, den finnländischen Dokumentarfilm „Hobbyhorse Revolution“ von Selma Vilhunen und „Walley“ von Berni Goldblat, eine Koproduktion von Frankreich, Burkina Faso und Qatar.
Die Nominierungen wurden von einem internationalen Komitee ausgewählt, dem Manlio Castagna vom Internationalen Filmfestival in Giffoni, Ana Cerar vom Internationalen Filmfestival Kino Otok – Isola Cinema in Slowenien, Corinna Downing vom London Film Festival – British Film Institute, das niederländische EFA-Mitglied und Talent Agentin Vanessa Henneman sowie der Filmpädagoge Holger Twele aus Deutschland angehörten.
Am 6. Mai werden die drei nominierten Filme einem jungen Publikum zwischen 12 und 14 Jahren in 45 Städten und 36 Ländern in ganz Europa präsentiert, Dieses Publikum ist die Jury, die dann den Gewinnerfilm bestimmt.
http://www.europeanfilmacademy.org

Gläserne Bären bei Generation Kplus

Die Mitglieder der Kinderjury Generation Kplus vergaben den Gläsernen Bär an den kanadischen Film „Les rois Mongols” (Hand auf’s Herz) von Luc Picard. Vier Kinder aus einer mittellosen Familie „kidnappen“ die Großmutter eines einflussreichen Politikers, um endlich das zu bekommen, was die Erwachsenen ihnen bisher versagt haben. Dieser mit viel Humor und Liebe erzählte Film lag der Kinderjury „besonders am Herzen“, denn sie konnte sehr in die Geschichte dieser Kinder eintauchen. Eine Lobende Erwähnung ging an „Supa Modo“ von Likarion Wainaina, eine mit deutscher Beteiligung in Kenia entstandene Produktion, die „auf rührende und packende Weise“ die Geschichte eines todkranken Mädchens erzählt, das sich als Superheldin fühlt, obwohl sie weiß, dass sie bald sterben wird. „Mit überzeugendem Schauspiel und einer abwechslungsreichen Filmkulisse zeigt der Film, wie die Fantasie des Mädchens und die Menschlichkeit und Willenskraft des gesamten Dorfes die letzten Monate ihres Lebens zu etwas Besonderem machen.“
Auch die Internationale Jury entschied sich bei ihrem Großen Preis, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk, für einen Film, in dem es um das Sterben und den Tod geht, hier allerdings vor dem Hintergrund der hierzulande weitgehend unbekannten indonesischen Kultur. „Sekala Niskala“ (Sichtbar und unsichtbar) von Kamila Andini ist ein poetisches Märchen über ein Mädchen, deren Zwillingsbruder im Krankenhaus liegt und bald sterben wird. Tänzerisch und in vielerlei Verkleidungen nimmt sie langsam Abschied von ihrem Bruder. Die Lobende Erwähnung ging an „Allons enfants“ (Cléo & Paul) von Stéphane Demoustier. Ganz aus der Perspektive eines dreieinhalbjährigen Mädchens in Paris zeigt der Film sehr realistisch, dass sich Kinder schon diesem Alter manchmal zu helfen wissen, selbst wenn sie „verloren“ gehen und bis auf eine junge Frau kein einziger Erwachsener ihnen hilfreich zur Seite steht.
Weitere Preisträger, insbesondere die Gewinner der Kurzfilme siehe unter:
https://www.berlinale.de

Siehe auch: http://kinderundjugendmedien.de/index.php/102-nachrichten/festivals/2325-festivalbericht-berlinale-2018-sektion-generation

Gläserne Bären bei Generation 14plus

Sowohl die Jugendjury (Gläserner Bär) als auch die Internationale Fachjury (Großer Preis) von Generation 14plus vergab ihren Preis an die schweizerisch-belgische Produktion „Fortuna“ von Germinal Roaux. Der in Schwarzweiß und im kaum noch verwendeten Normalformat 1:1,35 gedrehte Films spielt in einem abgeschiedenen Kloster hoch oben in den winterlichen Schweizer Bergen. Das Kloster hat vorübergehend mehrere Flüchtlinge aus Schwarzafrika aufgenommen, darunter auch ein 14-jähriges Mädchen. Dieses trägt ein Geheimnis in ihrem Bauch, über das sie mit niemandem reden kann. Eine aktuelle und zugleich zeitlose Geschichte, bei der die Jugendjury hervorhob, dass der Film „mit der bestechenden Klarheit der fotografischen Aufnahmen einen detailreichen Einblick in viele Themen des Menschseins in einer ausgrenzenden Welt gibt, ohne dabei den Blick auf das Große und Ganze zu verlieren.“
Darüber hinaus vergab die Jugendjury eine Lobende Erwähnung an „Retablo“ von Álvaro Delgado-Aparicio L. (Peru/Deutschland/Norwegen), in dem ein 14-Jähriger wie sein Vater ein angesehener Künstler werden möchte, aber in Loyalitätskonflikte gerät, als die Homosexualität des Vaters öffentlich bekannt wird. Die Fachjury entschied sich bei ihrer Lobenden Erwähnung für den iranischen Film „Dressage“ von Pooya Badkoobeh, in dem sich eine junge Frau nach dem Überfall auf einen Kiosk dem „Teufelskreis der Korruption, der Lügen, der Heuchelei der Mittelschicht und der falschen Moral“ verweigert. Weitere Preisträger, insbesondere die Gewinner der Kurzfilme siehe unter:
https://www.berlinale.de

Siehe auch: http://kinderundjugendmedien.de/index.php/102-nachrichten/festivals/2325-festivalbericht-berlinale-2018-sektion-generation

Preise der deutschen Filmkritik 2018

Der Verband der deutschen Filmkritik kürte im Rahmen der Berlinale den Film „Western“ von Valeska Grisebach zum besten Spielfilm des Jahres. Darüber hinaus wurde Meinhard Neumann für seine Rolle im Film mit dem Preis des besten Hauptdarstellers geehrt. Als bestes Spielfilmdebüt wurde Julian Radlmaiers „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ ausgezeichnet. Martin Baltscheits Fabel „Nur ein Tag“ wurde zum besten Kinderfilm des Jahres gewählt. Den Ehrenpreis vergaben die FilmkritikerInnen an den 1947 geborenen Festivalleiter der Duisburger Filmwoche Werner Ružicka für seine intellektuell rigorose und leidenschaftliche Verteidigung des Dokumentarfilms in über 40 Jahren Schaffenszeit.
Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik.
Weitere Preisträger siehe Website des Verbands.
http://www.vdfk.de