„Fight Girl“ gewinnt EFA Young Audience Award 2019

In einer wahrhaft europäischen Abstimmung haben Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren aus 34 europäischen Ländern und 55 Städten den niederländischen Film „Fight Girl“ von Johan Timmers zum Gewinner des EFA Young Audience Awards 2019 gekürt. In dem Coming of Age-Film entdeckt ein zwölfjähriges Mädchen, deren Eltern sich in Scheidung befinden, ihr Talent für das Kickboxing, wobei sie vor allem lernen muss, ihre unkontrollierte Wut in geordnete Bahnen zu lenken.
Im Anschluss an die Vorführungen am 5. Mai diskutierten europaweit mehr als 2.800 junge Kinoliebhaber die drei nominierten Filme, bevor sie ihren Favoriten auswählten. Die Ergebnisse aus den jeweiligen Städten wurden per Videokonferenz live nach Erfurt übermittelt, wo Ivana Noa, ehemalige Jurorin aus Belgien, durch die als Live-Stream im Internet übertragene Preisverleihung führte. Die Aufzeichnung bleibt als VoD im Internet abrufbar, ebenso wie weitere Informationen zum Preis und zu den nominierten drei Filmen, unter:
https://yaa.europeanfilmawards.eu

Aller guten Dinge sind zwei

Nach dem erfolgreichen Gastspiel im vergangenen Jahr findet das 32. Bundes.Festival.Film. erneut in Hildesheim statt. Vom 21. bis 23. Juni treffen sich Deutschlands beste Nachwuchsfilmemacherinnen und -filmemacher im Thega Filmpalast und präsentieren ihre Produktionen. Das Bundes.Festival.Film. bildet das Finale der beiden Bundeswettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Über 750 Produktionen wurden im aktuellen Jahrgang eingereicht, zwei Jurys wählten daraus nun die Nominierungen für das Festival aus. Als generationenübergreifendes Filmforum ist das Bundes.Festival.Film. die traditionsreichste und größte Veranstaltung seiner Art in Deutschland. Alle zwei Jahre wechselt es den Austragungsort und setzt damit bundesweit Impulse für die aktive Filmarbeit. Mit der Stiftung Universität Hildesheim und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst wurden erneut zwei kompetente und engagierte Partner gefunden, die die Festivaltage für Nominierte, Preisträger und Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Insgesamt 44 Filme werden während der drei Festivaltage in öffentlichen und kostenfrei zugänglichen Screenings präsentiert und abschließend in verschiedenen Altersgruppen und Sonderkategorien ausgezeichnet. Am Veranstaltungswochenende werden bis zu 400 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet.
http://www.bundesfestival.de

goEast Preisträger 2019

Im 19. Jahr des Festivals des mittel-und osteuropäischen Films goEast stachen bei den Wettbewerbsfilmen vor allem Werke hervor, die Generationenkonflikte zum Thema hatten und den Fokus auf junge Menschen damals und heute setzten, die mit der Politik der älteren Generation unzufrieden waren und dagegen Widerstand leisteten. Geradezu exemplarisch dafür steh der russische Debütfilm „Acid“ von Alexander Gorschilin, der mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet wurde. Während zwei langjährige Freunde orientierungslos vor sich hintreiben und ihrer Einsamkeit mit Partys, Sex, Drogen und Selbstverstümmelung zu entkommen suchen, verfolgen die Eltern ausschließlich ihre eigenen Interessen und stehen den Problemen ihrer Kinder verständnislos gegenüber. Es ist die auch formal radikal umgesetzte Zustandsbeschreibung einer verlorenen Generation, wobei andere Filme aus Russland und aus Osteuropa dieser Tendenz auch weitaus optimistischere Perspektiven abgewinnen konnten. Weitere Preisträger siehe unter:
https://www.filmfestival-goEast.de
Siehe auch meinen Artikel unter:
https://www.artechock.de/film/text/artikel/2019/04_18_goeast2019.html

Neue Durchblick-DVD zu „Fridas Sommer“

Der autobiografisch geprägte spanische Film „Fridas Sommer“ (OT: Estiu 1993)“ von Carla Simón lässt uns teilhaben an den Gefühlen eines Mädchens, das beide Eltern verloren hat und nach neuem Halt im Leben sucht. Nach dem Tod ihrer beiden Eltern wird das sechsjährige Mädchen liebevoll von Verwandten aufgenommen, die auf dem Land leben. Frida lebt sich nur zögerlich in die neue Umgebung ein, obwohl sie mit ihrer jüngeren Cousine Anna das ungebundene Leben auf dem Land erkunden kann. Trotz des strahlenden Sommers macht sich immer wieder Traurigkeit bei Frida breit. Die Stärke des Films liegt darin, dass Kinder sehr gut mit Frida mitfühlen können, weil er immer auf Augenhöhe des Mädchens bleibt. Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) hat nun zu diesem bereits auf vielen Festivals preisgekrönten und beeindruckenden Film eine Durchblick-DVD mit umfangreichen Begleitmaterialien (Autor: Holger Twele) herausgegeben.
https://durchblick.clubfilmothek.de/frida/lehrer/Fridas_Sommer_gesamt.pdf

Neue Filmhefte zu „Rafiki“ und „Where to, Miss?“

Mit der neuen Filmheftreihe „Globaler Süden“ möchte Motivés e.V. einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Medium Film leisten, Lehrende und Pädagog*innen darin unterstützen, Filme aus und zu Themen des Globalen Südens in ihre Unterrichtsgestaltung einzubinden. Die Filmhefte richten einen starken inhaltlichen Fokus auf entwicklungspolitische Fragestellungen und bieten Anregungen, sich mit den filmsprachlichen Besonderheiten des jeweiligen Films zu beschäftigen. Die ersten beiden Filmhefte sind nun zu „Rafiki“ (Autor: Holger Twele) und „Where to, Miss?“ (Autorin Luc-Carolin Ziemann) zum kostenfreien Download auf der Website des Vereins erschienen.
Der Spielfilm „Rafiki“ von Wanuri Kahiu erzählt anhand der Liebesgeschichte zweier junger Frauen, deren Väter politische Kontrahenten sind, von einer kenianischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. – Der Dokumentarfilm „Where to, Miss?“ von Manuela Bastian begleitet über einen Zeitraum von drei Jahren eine junge Inderin, die in der Hauptstadt Delhi den ständigen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Emanzipation und den fest verankerten Traditionen der indischen Gesellschaft erlebt. Anhand ihres Schicksals erzählt der Film, warum es für eine indische Frau so schwierig ist, sich aus den traditionellen Rollenbildern zu befreien.
https://motives-verein.de/
https://motives-verein.de/wp-content/uploads/2019/03/Wheretomiss_Filmheft_1-18_Downloadversion-1.pdf
https://motives-verein.de/wp-content/uploads/2019/03/Rafiki_Filmheft_2-18_Downloadversion.pdf

Arbeitshilfe zu „Camino a la Paz“

Das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) stellt diesen Film für die Bildungsarbeit und als home-DVD zur Verfügung. Die Arbeitshilfe wurde von Holger Twele erstellt. In seinem Spielfilmdebüt widmet sich der argentinische Regisseur Francisco Varone dem Genre des Roadmovies auf eine besondere Art und Weise. Schon der Titel deutet die Ambivalenz an. „Camino a la Paz“, „Der Weg nach La Paz“ beschreibt die tatsächliche Strecke von mehreren 1.000 Kilometern von Buenos Aires in die bolivianische Metropole, die während des Films tatsächlich zurückgelegt werden. Es geht aber auch um den „Weg zum Frieden“, den die beiden ungleichen Reisegenossen während ihrer gemeinsamen Zeit in einem alten Peugeot 505 einschlagen. Sébastian, Mitte 30, kommt eher zufällig durch die Verwechslung einer Telefonnummer zum Taxifahren, wird dann jedoch gleich von dem schrulligen alten Jalil angeheuert, ihn nach La Paz zu bringen. Von dort aus will er sich als gläubiger Moslem mit seinem Bruder zur Hadj nach Mekka aufmachen. Dass Jalil krank ist und ein altertümliches Dialysegerät mit sich führt, und dass er jedem, den er trifft, eine Mitfahrgelegenheit anbietet, nervt Sébastian. Doch die Fahrt mit ihren geplanten und ungeplanten Unterbrechungen wird für beide zu einer intensiven Begegnung, in der sie gezwungen sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Weitere Informationen und eine Arbeitshilfe (Autor: Holger Twele) zum Film finden Sie unter:
http://www.ezef.de

Rekord beim 8. EFA Young Audience Award

Junge Jurys aus dieses Jahr sogar 55 Städten in 34 Ländern in ganz Europa stimmen über die drei nominierten Filme des EFA Young Audience Award 2019 der European Film Academy (EFA) ab. Nominiert sind „Fight Girl“ von Johan Timmers (Niederlande/Belgien), „Thilda und die beste Band der Welt“ (Norwegen/Schweden) und „Old Boys“ von Toby MacDonald (Großbritannien/Schweden).
Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr die Nominierungen in zwei Schritten ermittelt: Zunächst hat ein internationales Komitee sechs Filme vorausgewählt. Anschließend sichtete eine Jury von 13- bis 14-jährigen ehemaligen YAA Teilnehmer*innen die sechs Filme und wählte daraus die drei Nominierungen für den EFA Young Audience Award 2019. Die drei nominierten Filme werden am 5. Mai in einer simultanen Vorführung einem Publikum von 12 bis 14-Jährigen in 34 Ländern in Europa und darüber hinaus gezeigt. Das junge Publikum wird auch als Jury fungieren und den Gewinner direkt nach der Vorführung küren. In einer wahrhaft europäischen Wahl übermitteln die Jurysprecher die nationalen Ergebnisse dann per Videokonferenz nach Erfurt (Deutschland), wo der Gewinner im Rahmen einer Preisverleihung verkündet wird. Die Zeremonie kann auf der Website yaa.europeanfilmawards.eu live verfolgt werden, auf der außerdem weiterführende Informationen über die nominierten Filme als auch die teilnehmenden Städte zu finden sind.
https://yaa.europeanfilmawards.eu/en_EN/yaa-award

Generation Kplus – Preisträger 2019

Die Mitglieder der Kinderjury Generation Kplus vergaben den Gläsernen Bären für den Besten Film an „Une colonie“ (Eine Kolonie) von Geneviève Dulude-De Celles, Kanada. „Im Gewinnerfilm wird das Teenagerleben realistisch dargestellt. Toll fanden wir, wie die verschiedenen Arten der Liebe verständlich rübergebracht wurden. Durch die beeindruckende Kameraführung und die Schauspielleistung hatte man das Gefühl, ganz nah dabei zu sein und konnte in verschiedenen Situationen lachen und weinen und seinen Gefühlen freien Lauf lassen.“ Eine Lobende Erwähnung ging an den französischen Film „Daniel fait face“ (Daniel) von Marine Atlan.
Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation Kplus vergaben ihren vom Deutschen Kinderhilfswerk gestifteten Großen Preis für den Besten Film an „Di yi ci de li bie“ (Ein erster Abschied) von Wang Lina, Volksrepublik China. Eine Lobende Erwähnung ging an den niederländisch-deutschen Kinderfilm „Mijn bijzonder rare week met Tess“ (Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess) von Steven Wouterlood. Weitere Preisträger und Jurybegründungen siehe Website der Berlinale.
https://www.berlinale.de

Generation 14plus – Preisträger 2019

Die Mitglieder der Jugendjury Generation 14plus vergaben den Gläsernen Bären für den Besten Film an „Hölmö nuori sydän“ (Stupid Young Heart) von Selma Vilhunen (Finnland / Niederlande / Schweden) und begründeten dies mit den Worten: „Der Film greift Themen auf, die vor allem für unsere Altersklasse von großer Relevanz sind. Er ergründet Motivationen des aktuellen politischen Rechtsruckes und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Durch die Kombination aus Humor, Ernsthaftigkeit und Emotionen erzählt dieser Film die Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die in ihrem Leben wenig Konstanten haben. Das radikale Erwachsenwerden der Protagonist*innen wird stets von der Auseinandersetzung mit Rassismus und der Suche nach Identität überschattet.“ Eine Lobende Erwähnung ging an den japanischen Film „We Are Little Zombies“ von Makoto Nagahisa.
Die Mitglieder der Internationalen Jury Generation 14plus vergaben ihren von der Bundeszentrale für Politische Bildung gestifteten Großen Preis für den Besten Film an „Beol-sae“ (House of Hummingbird) von Kim Bo-ra, Republik Korea. Eine Lobende Erwähnung erhielt der indische Film „Bulbul Can Sing“ von Rima Das. Weitere Preisträger und Jurybegründungen siehe Website der Berlinale.
https://www.berlinale.de

Preis der deutschen Filmkritik 2018

Bei der Verleihung des Preises der deutschen Filmkritik 2018 hat der Verband der deutschen Filmkritik am 11. Februar 2019 „Das unmögliche Bild“ von Sandra Wollner als besten Film des Jahres ausgezeichnet und den Filmemacher Rudolf Thome für sein Lebenswerk geehrt. Seine Tochter Joya Thome konnte den Preis für den besten Kinderfilm für „Königin von Niendorf“ entgegennehmen. In der Kategorie Drehbuch gewann Josef Bierbichler für sein Script zu „Zwei Herren im Anzug“. Als bestes Spielfilmdebüt wurde Eva Trobischs nüchtern erzählter Film über Gewalt gegen Frauen „Alles ist gut“ ausgezeichnet.
Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik. Weitere Preisträger sind der Website des Verbands zu entnehmen.
https://www.vdfk.de/preis-der-deutschen-filmkritik-die-gewinner-2018-1656