„Reconstructing Utøya“ exklusiv beim BJF

In der Reihe „DVD-Durchblick des Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) ist der Film „Reconstructing Utøya“ exklusiv in Deutschland erschienen. Die Arbeitsmaterialien zum Film wurden von Holger Twele entwickelt. Die Jugend-Filmjury der FBW – Deutsche Film- und Medienbewertung zeichnete den Film mit der höchsten Bewertung von 5 Sternen aus. Die Mitglieder der Jugend-Filmjury beschreiben in sehr treffenden Worten die Reise, auf die dieser Film über das Massaker auf der norwegischen Insel sein Publikum mitnimmt: „Der Film ist eine sehr außergewöhnliche Dokumentation, er zeigt ein soziales Experiment. Es war so, als könnte man mit den Opfern reden. Die Opfer haben Schauspieler/innen ausgewählt und ihnen dann erzählt, wie und was aus ihrer Perspektive passiert ist. Die Schauspieler/innen haben dann diese Erinnerungen nachgestellt. Man kann ehrliches Mitgefühl entwickeln und fühlt sich nicht manipuliert. Die Emotionen sind sehr ergreifend sichtbar, es ist realistisch gemacht und regt zum Nachdenken an. Es wird keine Moral vorgegeben, sondern man muss seine eigene Moral finden. Während des Films denkt man immer wieder: Wie hätte ich mich verhalten? Könnte ich nach solch einem Trauma Hoffnung haben? Wie würde ich die Schmerzen verarbeiten? Wie viel würde ich von mir preisgeben? Es gibt eine Spannungslinie und ein hoffnungsvolles Ende, aber die Gefühle der Opfer und die Art, wie sie ihre Erinnerungen verarbeiten, sind die eigentliche Handlung.“
https://durchblick.clubfilmothek.de/utoya/index.htm
https://www.jugend-filmjury.com

„Afrika_Digital.2 – Start-ups und Künstler-Träume“

Das EZEF hat zu diesem Thema eine neue DVD herausgegeben, die dort bestellt und schon bald bei den landeskirchlichen Evangelischen Medienzentralen ausgeliehen werden kann. Wie gewohnt findet sich für alle Filme ausführliche Arbeitshilfen auf der ROM-Ebene.
In der gegenwärtigen Corona-Krise wird die Digitalisierung für alle Lebensbereiche geradezu gefeiert. Die kritische Sicht und Diskussion um „Datenökonomie“ oder „Manipulations-Kapitalismus“ ist deshalb etwas in den Hintergrund gerückt. Doch dies wird sich auch schnell wieder ändern. Im Weltmaßstab haben sich der Zugang und die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien insgesamt – nicht nur der sozialen Medien – in geradezu rasantem Tempo verbessert und beschleunigt. Für Entwicklungs- oder Schwellenländer schien es lange Zeit unmöglich, den bildlich als Graben beschriebenen ‚Digital Divide‘ zu überspringen. Es galt: Je ärmer ein Land, desto schlechter der Zugang zu diesen Technologien. Dass sich dies nicht nur im Blick auf China, sondern auch für Afrika stark verändert hat, beleuchten die vier sehr unterschiedlichen Filme dieser Themen-DVD.
Die beiden experimentellen Kurzfilme, „Algo-Rhythm“ von Manu Luksch, und „Zombies“ von Baloji, wurden 2019 bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen uraufgeführt und beide dort prämiert. Die Reportage „Digital Africa“ von Elke Sasse und Bettina Haasen bietet einen Überblick über eine hierzulande kaum bekannte Start-up-Szene in Kenia, Ruanda und Ghana. Und „Chinafrika.mobile – Mobiltelefone auf dem Weg durch drei Kontinente“ von Daniel Kötter folgt dem Lebenszyklus eines Mobiltelefons von der Rohstoffgewinnung im Kongo, über dessen Fertigung in China, bis zur Entsorgung bzw. Wiederverwertung in Nigeria (Arbeitsmaterialien zu diesem Film von Holger Twele).
http://www.ezef.de

Deutschlands erstes Autokino-Filmfestival

In Folge der Corona-Pandemie findet das Bundes.Festival.Film. 2020 zum ersten Mal online statt. Den Auftakt des renommierten Kurzfilmfestivals macht ein Filmprogramm im Wuppertaler Autokino. Das Bundes.Festival.Film. ist eines der größten und renommiertesten Filmfestivals für nicht-kommerzielle Filmemacherinnen. Es sollte vom 12. bis 14. Juni im Wuppertaler Rex-Filmtheater stattfinden. Jetzt gehen die Veranstalter völlig neue Wege: In Folge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wird das Bundes.Festival.Film. 2020 das erste Filmfestival Deutschlands sein, das in einem Autokino stattfindet. Das Bundes.Festival.Film. markiert das große Finale für die beiden bundesweiten Filmwettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Als Wanderfestival konzipiert, gastiert es nach mehr als 30 Jahren zum zweiten Mal in Wuppertal. Lokaler Partner ist das Medienprojekt Wuppertal. Für den Jahrgang 2020 wurden insgesamt 641 Filme eingereicht. Davon wurden die überzeugendsten 40 Produktionen für das Finale in Wuppertal nominiert. Um sie einem möglichst großen Publikum zeigen zu können, werden alle nominierten Filme ab dem 13. Juni für zwei Wochen als Video-on-Demand Angebot im Internet verfügbar sein. Üblicherweise werden beim Bundes.Festival.Film. am Samstagabend die Preisträgerinnen bekanntgegeben. Die Veranstalter mussten eine Alternative für ein vollbesetztes Kino finden – und entwickelten die Idee des Filmfestivals im Autokino. Am Samstag, 13. Juni ab 21 Uhr wird ein kuratiertes Filmprogramm im Wuppertaler Autokino am Carnaper Platz gezeigt. Das Programm bietet einen beeindruckenden inhaltlichen und filmgestalterischen Querschnitt durch den aktuellen Festivaljahrgang. Die Eintrittskarten für 200 Autos können vorab kostenlos reserviert werden. Parallel wird das Event live im Internet gestreamt. Am Sonntag, 14. Juni laden die Veranstalter außerdem dazu ein, sich mit den Filmemacherinnen per Video-Konferenz auszutauschen. Im Rahmen eines Q&A stehen die Regisseurinnen und einige Jurymitglieder für Fragen und Antworten zur Verfügung.
https://www.bundesfestival.de

NRW-Stipendium für Kinder- oder Jugenddokumentarfilm

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert zum dritten Mal künstlerische Filmprojekte mit vier Entwicklungsstipendien. Damit erhalten Künstlerinnen und Künstler schon während der Ausarbeitung ihrer filmischen Entwürfe erste Planungssicherheit. Nachdem das Land 2018 seine Förderung innovativer Impulse im Bereich Spiel- und Dokumentarfilm eingerichtet hatte, wurde die Anzahl der Stipendien im vergangenen Jahr verdoppelt. Auch 2020 werden wieder vier Stipendien zur Vorbereitung entsprechender Vorhaben vergeben. Die Förderung läuft über eine Dauer von sechs Monaten, während derer etwa an Recherchen und Stoffentwicklung für ein neues Projekt gearbeitet werden kann. Genauso können in diesem Zeitraum beispielsweise Fortbildungen oder andere Maßnahmen unterstützt werden, welche erst die Basis für ein konkretes Filmvorhaben legen. Die vier Stipendien des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft wenden sich an Filmschaffende, die an unkonventionellen Konzepten arbeiten, und ermöglichen ihnen eine sichere Basis beim Entwickeln kreativer Projekte. Eine der Förderungen richtet sich dabei an Künstlerinnen und Künstler, die in ihren dokumentarischen Arbeiten besonders Kinder oder Jugendliche ansprechen möchten. Bewerbungen können ab dem 1. Juni bis zum 31. August bzw. für das Stipendium im Bereich Kinder- und Jugenddokumentarfilm bis zum 9. September 2020 eingereicht werden. Details zur Ausschreibung finden Sie unter:
https://filmbuero-nw.de/stipendium/

EFA Young Audience Award 2020 geht nach Italien

Der Gewinner des Europäischen Kinderfilmpreises ist „My Brother Chases Dinosaurs“ von Regisseur Stefano Cipani aus Italien. Weit über 2.000 Jurorinnen im Alter von 12 bis 14 Jahren aus ganz Europa stimmten am 26. April über den besten europäischen Kinderfilm ab. Aufgrund des Corona-Virus fand der 9. EFA Young Audience Award erstmals im virtuellen Raum statt.
Die Koproduktion mit Italien und Spanien erzählt die Geschichte von Jack und seinem Bruder Gio, der das Down-Syndrom hat. Als Kind schwärmt Jack für seinen jüngeren Bruder, von dem er glaubt, er habe Superkräfte. Die Wahrheit über Gio ist jedoch etwas anders und als Teenager hat Jack Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. Als er in eine neue Klasse kommt und sich in Arianna verliebt, verstrickt er sich in Lügen, aus denen er sich schwer wieder befreien kann.
Die jungen europäischen Filmfans hatten vom 23. bis 25. April die Möglichkeit, die drei nominierten Filme online zu sehen Neben dem Preisträgerfilm waren das „Rocca verändert die Welt“ von Regisseurin Katja Benrath mit knappem Abstand von nur 34 Stimmen und „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ von Regisseur Steven Wouterlood. Mit viel Engagement der europäischen Partner wurde den jungen Jurorinnen in Videochaträumen die Möglichkeit zur Diskussion gegeben – sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene. Außerdem wurden weitere Aktivitäten bspw. Spiele angeboten, sodass die Kinder den Tag virtuell gemeinsam verbringen konnten. Am Ende stimmten die jungen Filmfans über die drei nominierten Filme ab und kürten den besten europäischen Kinderfilm. Als nationaler Partner koordinierte die Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz eine Kinderjury aus Sachsen-Anhalt und Thüringen.
https://yaa.europeanfilmawards.eu
https://www.goldenerspatz.de

Preisträger Generation Kplus

Der Gläserne Bär für den Besten Film ging an „Sweet Thing“ von Alexandre Rockwell, eine Geschichte aus den USA voll von jugendlicher Hoffnung und Zusammenhalt, die im Kontrast zur unbunten und von häuslicher Gewalt geprägten Realität steht. Zugleich wurde eine Lobende Erwähnung für den australischen Film „H is for Happiness“ von John Sheedy ausgesprochen, in dem die Protagonistin versucht, ihre Familie wieder zusammenzubringen.
Der Hauptpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes, der von den Mitgliedern der Internationalen Jury Generation Kplus vergeben wurde, ging an „Los Lobos“ von Samuel Kishi Leopo aus Mexiko, in dem eine Mutter mit ihren beiden Kindern in die USA kommt und als Immigrantin zu überleben versucht. Eine Lobende Erwähnung zu gleichen Teilen erhielten „Mignonnes“ (Cuties) von Maïmouna Doucouré aus Frankreich und „Mamá, mamá, mamá“ von Sol Berruezo Pichon-Rivière aus Argentinien, da beide Filme sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise mit dem einen Moment auseinandersetzen, in dem junge Mädchen durch Furcht und das Gefühl von Zugehörigkeit zu sich selbst finden.
Weitere Preisträger siehe:
https://www.berlinale.de

Preisträger Generation 14plus

Der von der FBW-Jugendjury vergebene Gläserne Bär für den Besten Film ging an „Notre-Dame du Nil“ (Our Lady of the Nile) von Atiq Rahimi (Frankreich / Belgien / Ruanda), eine Literaturverfilmung, die in einem katholischen Mädcheninternat zehn Jahre vor dem Genozig in Ruanda spielt. Eine Lobende Erwähnung ging an den Dokumentarfilm „White Riot“ von Rubika Shah (Vereinigtes Königreich), der zurück blendet ins Jahr 1978, als zahlreiche britische Bands gemeinsame Front gegen das Erstarken des Rechtsextremismus in Großbritannien machten, gegen Rassismus und Diskriminierung.
Die Mitglieder der Internationalen Jury 14plus vergaben ihren von der Bundeszentrale für politische Bildung gestifteten Preis an den brasilianischen Film „Meu nome é Bagdá“ (My Name Is Baghdad) von Caru Alves de Souza, der im Skatermilieu der Hauptstadt angesiedelt ist. Eine Lobende Erwähnung ging an den japanischen Film „Kaze no Denwa“ (Voices in the Wind) von Nobuhiro Suwa, ein Roadmovie über Verlust und Tod nach dem Tsunami von Fukushima. Weitere Preisträger siehe:
https://www.berlinale.de
Zum Preisträgerfilm Gläserner Bär siehe auch:
https://www.kinder-jugend-filmportal.de/filmkritik.html?filmid=126&m=2&y=2020

ECFA Preisträger 2020

Beim Treffen der internationalen Kinderfilmszene im Rahmen der Berlinale wurden auch die Preise des Europäischen Kinderfilmverbands ECFA vergeben. Der Preis für den besten europäischen Kinderfilm ging an den belgischen Film „Binti“ von Frederike Migom. Ihr Film erzählt die Geschichte eines Mädchens aus Zentralafrika, das dafür kämpft, ein normales Leben führen und ihre Träume verwirklichen zu können, obwohl sie über keine Dokumente verfügt, die beweisen, dass sie wirklich existiert.
Der Preis für den besten Kurzfilm ging an „Bloeistraat 11“ von Nienke Deutz´aus Belgien und der Preis für den besten Dokumentarfilm an „How Big is the Galaxy?“ von Kseniya Eliyan aus Russland. Der ECFA-Award ist der einzige europäische Kinderfilmpreis, der von Fachleuten vergeben wird, die etwa 150 Jugendfilmorganisationen aus 41 Ländern repräsentieren.
https://www.ecfaweb.org

Preis der deutschen Filmkritik 2019

Als einziger deutscher Filmpreis, der ausschließlich von Kritikerinnen vergeben wird, zeichnet der Preis der deutschen Filmkritik seit 1956 deutsche Filme aus, die nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien bewertet werden, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Über die Preisvergabe entscheiden Jurys aus Mitgliedern des Verbandes der deutschen Filmkritik. Zum Besten Kinderfilm wurde „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“ von Ralf Kukula und Matthias Bruhn gekürt, den Preis für den Besten Dokumentarfilm konnte Thomas Heise für „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ entgegennehmen. Katharina Rabels und Rebecca Zehrs „Dead Sea Dying“ wurde mit dem Preis für den Besten Kurzfilm ausgezeichnet und Helena Wittmanns „Ada Kaleh“ als Bester Experimentalfilm. Zum besten Spielfilm des Jahres 2019 kürten die Kritikerinnen „Wintermärchen“ von Jan Bonny und der Ehrenpreis ging an die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch. Weitere Preisträger siehe:
https://www.vdfk.de

Nominierungen EFA Young Audience Award 2020

Unmittelbar vor der Berlinale gab die Europäische Filmakademie EFA die drei nominierten Filme bekannt, die am 26. April gleichzeitig von 12- bis 14-Jährigen in 40 Ländern in ganz Europa und darüber hinaus gezeigt werden, um daraus den EFA Young Audience Award zu ermitteln. Mit dabei ist der deutsche Film „Rocca verändert die Welt“ von Katja Benrath. Bei den anderen beiden Filmen handelt es sich um die italienisch-spanische Produktion „Mio fratello rincorre i dinosauri“ (My Brother Chases Dinosaurs) von Stefano Cipani und den niederländisch-deutschen Film „Mijn bijzonder rare week met Tess“ von Steven Wouterlood, der am 23. April in den deutschen Kinos startet.
Die Nominierungen wurden erneut in zwei Schritten ausgewählt: Ein internationales Komitee, bestehend aus EFA-Vorstandsmitglied Vanessa Henneman (Niederlande) und den Experten Gonalo Galvéo Teles (Regisseur/Portugal), Jacek Rembié (Drehbuchautor/Polen), Joanna Van Der Meer (BFI/UK) und Nora Lakos (Kinderfilmakademie/Ungarn, ECFA-Vertreterin) hat sechs Filme vorab ausgewählt. Eine Jury aus den 13- bis 14-jährigen ehemaligen YAA-Teilnehmenden Edoardo aus Turin (Italien), Luna aus Wien (Österreich), Raluca aus Cluj (Rumänien), Rannveig aus Reykjavik (Island) und Štefan aus Izola (Slowenien) sah sich diese sechs Filme an und wählte die drei Nominierungen aus.
http://yaa.europeanfilmawards.eu