Stipendien für künstlerischen Spiel- und Dokumentarfilm

Mit künftig vier Stipendien für Filmschaffende erweitert das Land Nordrhein-Westfalen die Förderung im Bereich künstlerischer Film: Ab diesem Jahr sind drei Stipendien zur Vorbereitung künstlerischer Spiel- oder Dokumentarfilmprojekte sowie ein Stipendium für die Entwicklung eines Projekts im Bereich künstlerischer Dokumentarfilm für Kinder oder Jugendliche ausgeschrieben. Jeweils 9.900 Euro unterstützen die Filmschaffenden bei den ersten Arbeitsschritten eines Projektes. Ziel ist es, in dieser frühen Phase Freiräume zur Entwicklung innovativer künstlerischer Entwürfe zu schaffen. Bewerbungen sind ab sofort möglich.
Bereits bei ihrer Einrichtung im vergangenen Jahr stieß die Förderung auf große Resonanz und ist daher von zwei auf insgesamt vier Stipendien erweitert worden. Die sechsmonatige Förderung richtet sich an Filmschaffende mit unkonventionellen künstlerischen Ansätzen, die etwa neue Konzepte erproben und Genregrenzen hinterfragen. Die Vorbereitung und Recherche für ein neues Filmprojekt kann genauso Gegenstand einer Bewerbung sein wie Fortbildungen bzw. das Erarbeiten innovativer filmischer Herangehensweisen. So lädt eines der Stipendien ausdrücklich dazu ein, Kinder oder Jugendliche als Zielgruppe dokumentarischer Erzählformen zu adressieren.
Die Vergabe der Stipendien wird vom Filmbüro NW in Kooperation mit dem doxs!-Festival der Duisburger Filmwoche organisiert. Bewerbungen können im Bereich Spiel- oder Dokumentarfilm bis 31. August 2019 und im Bereich Kinder- oder Jugenddokumentarfilm bis 18. September 2019 eingereicht werden. Zwei Fachjurys entscheiden über die Vergabe. Die Bekanntgaben der Stipendiatinnen bzw. Stipendiaten erfolgen im Herbst dieses Jahres.
https://filmbuero-nw.de/stipendium/

Publikumspreis Kinderfilmfest München 2019

Am letzten Tag des Kinderfilmfests im Rahmen von Filmfest München gab die neue Leiterin Katrin Miller den Kinderfilmfest-Publikumspreis bekannt. Wie schon das Maskottchen verrät, das sie in Händen hält, ging der Preis an den estländisch-lettischen Animationsfilm „Lotte und die verschwundenen Drachen“ von Janno Põldma und Heiki Ernits. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert und wird von SZ Familie gestiftet. Insgesamt acht aktuelle Langfilme des Kinderfilmfests, die jeweils zweimal öffentlich gezeigt wurden, standen für diesen Preis zur Auswahl, darunter auch der Eröffnungsfilm, die deutsche Produktion „Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo“ von Neele Leana Vollmar und die bereits in der Sektion Generation der diesjährigen Berlinale präsentierte niederländisch-deutsche Produktion „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ von Steven Wouterlood.
https://www.filmfest-muenchen.de

KIDS Regio Forum 2019

Am 27. und 28. Juni trafen sich in Weimar über 80 Vertreterinnen der europäischen Kinderfilmbranche und angrenzender Bereiche aus 24 Ländern zum 3. KIDS Regio Forum 2019. Als Ergebnis der Konferenz wurde die Weimarer Erklärung veröffentlicht, die eine vielfältige europäische Kinderfilmlandschaft proklamiert und einen besonderen Fokus auf Live-Action-Filme für Kinder legt. Die Teilnehmerinnen des 3. KIDS Regio Forums einigten sich auf die folgende 5-Punkte-Agenda: die Intensivierung von Forschung; den Ausbau von Kooperationen, Netzwerken und Lobbying; die Stärkung von (Co-)Entwicklung und (Co-)Produktionen; die Förderung von Vertriebs- und Marketingmaßnahmen sowie die Verbesserung der Filmbildung und des Zugangs.
Sie fordern die Umsetzung von Projekt 15+. Da 15 Prozent der Bevölkerung in Europa Kinder sind, sollten folgerichtig auch mindestens 15 Prozent des Fördervolumens, aller Ausstrahlungen sowie des Lehrplans an Filmhochschulen dem Kinderfilm gewidmet sein. Die Branchenexpertinnen plädieren dafür, Filmbildung als unverzichtbare Kernkompetenz an Schulen, Universitäten und in Weiterbildungsprogrammen zu verankern. Mit Blick auf die Bedeutung von Datenerhebungen und deren transparenter Bereitstellung fordern die Teilnehmerinnen regelmäßige Studien zur Entwicklung, Produktion, und Verbreitung von Kinderfilmen. Sie betonen die Wichtigkeit strategischer Infrastrukturen, die die Förderung von (Co-)Development und (Co-)Produktion miteinander verzahnen. Insbesondere sollen hier künftig vermehrt Weiterbildungsmaßnahmen einbezogen werden. Die Expertinnen verlangen, dass Marketingstrategien für Live-Action-Filme, die auch neue und experimentelle Maßnahmen beinhalten, bereits in der Entwicklungsphase gefördert werden. Um die Lobbyarbeit gegenüber politischen Entscheidungsträgerinnen zu verstärken, bekräftigt KIDS Regio, zukünftig noch stärkere strategische Partnerschaften mit der ECFA (European Children’s Film Association) und Verbündeten außerhalb der Kindermedienindustrie aufzubauen.
https://www.kids-regio.org

44 Filme – 44 Perspektiven

Vom 21. bis 23. Juni ist die Kulturstadt Hildesheim erneut Gastgeberin des Bundes.Festival.Film. Zur 32. Auflage des Filmfestivals für Filmschaffende aller Generationen werden etwa 500 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Bereits am Freitag (21.06., 14:00 Uhr) eröffnen Festivalleiter Thomas Hartmann vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) und Dr. Volker Wortmann von der Stiftung Universität Hildesheim das Programm im Thega Filmpalast. Ab 14:30 Uhr läuft der erste Filmblock. Der Festivaltag endet gegen 22:30 Uhr. Am Samstag (22.06.) sind zwischen 9:30 Uhr und 18:30 Uhr in insgesamt vier Filmblöcken weitere Arbeiten von Filmemacherinnen und Filmemachern aller Generationen zu sehen.
Die 44 gezeigten Produktionen wurden von zwei Fachjurys aus 767 Einreichungen für das Festivalprogramm nominiert. Die Preisverleihung findet am Samstagabend ab 20:15 Uhr statt – ebenfalls im Thega Filmpalast. Überreicht werden die Preise durch Peter Joseph (Leiter des Referats „Jugend und Bildung“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) sowie Dirk Schröder (Leiter Abteilung „Migration und Generationen“ im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung). Alle Film-Screenings sowie die drei Paneldiskussionen sind öffentlich und kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
https://www.bundesfestival.de

Preisträger Goldener Spatz 2019

Das 27. Deutsche Kinder Medien Festival Goldener Spatz hat seinen 40. Geburtstag gebührend gefeiert und konnte in diesem Jahr 18.000 Besucher*innen verbuchen. Mit der Verleihung der Preise fand das Festival am Freitag, den 7. Juni seinen Höhepunkt. Den Preis im Bereich Langfilm gewann „TKKG“ (Deutschland 2019, Produktion: Kundschafter Filmproduktion GmbH, Koproduktion: Delta Film GmbH, Warner Bros. Entertainment GmbH, Weltvertrieb: Beta Film GmbH, Verleih: Warner Bros. Pictures, Regie: Robert Thalheim, Buch: Robert Thalheim und Peer Klehmet). Der GOLDENE SPATZ für den besten Langfilm ist mit dem 1.500 Euro dotierten Sonderpreis des Thüringer Ministerpräsidenten verbunden, der somit an den Regisseur Robert Thalheim geht. Hauptdarsteller Ilyes Moutaoukkil in der Rolle von Tim im gleichen Film erhielt den Preis für den besten Darsteller. Der Preis für den besten Kurzfilm ging an „Räuber Ratte“ (Großbritannien/Südafrika/Deutschland 2017/2018, Sender: BBC, ZDF, Regie: Jeroen Jaspaert, Buch: Jeroen Jaspaert, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Julia Donaldson und Axel Scheffler. Den Preis des MDR Rundfunkrates für das beste Drehbuch erhielt Laura van Dijk für „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ (Niederlande/Deutschland2018/2019, Regie: Steven Wouterlood, Buch: Laura van Dijk, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Anna Woltz). Weitere Preisträger siehe Website des Festivals.
https://www.goldenerspatz.de

Kinder brauchen Geschichten!

Jetzt Stipendiatin werden an der Akademie für Kindermedien 2019/2020. Bewerbungen möglich bis zum 23. August 2019. Autor*innen für Film, Fernsehen, Literatur und Theater, Kreative aus den Bereichen Games und Virtual Reality sowie Designer von Spielzeug und Konsumgütern können sich mit einer Projektidee für Zielgruppen zwischen 6 und 13 Jahren in den Bereichen Buch, Story World und Film an der Akademie für Kindermedien bewerben. Dieses Stipendiatenprogramm ermöglicht Kreativen, eigene Ideen bis zur Marktreife zu entwickeln und trägt dazu bei, dem jungen Publikum qualitativ hochwertige Stoffe auf verschiedenen Plattformen zugänglich zu machen. Zum Abschluss des Akademiejahrgangs 2019/2020 wird ein herausragendes Projekt mit dem Förderpreis der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) in Höhe von 15.000 Euro ausgezeichnet. Zudem wird der mit 2.500 Euro dotierte Magellan-Preis verliehen.
Pro Jahr durchlaufen zwölf Stipendiat*innen dieses einzigartige Programm, aus dem bereits zahlreiche Filme, Bücher und Serien für das junge Publikum hervorgegangen sind und das ein inzwischen mehr als 200 Kreative umfassendes, produktives Alumni-Netzwerk aufgebaut hat. Im Zentrum der Akademie für Kindermedien steht die Arbeit am eigenen Projekt in den Bereichen Buch, Story World und Film. Begleitet wird die Stoffentwicklung von einem Team aus erfahrenen Mentor*innen und Co-Mentor*innen. Eine wesentliche Bedeutung haben neben dem Vorantreiben des eigenen Projekts die Kooperationen mit den Partnern der Akademie. Die Stipendiatinnen entwickeln mit Redakteurinnen vom ZDF Ideen für bestehende TV-Serien oder neue Kinderbuch-Konzepte mit Lektorinnen des Magellan Verlags. Für das Kooperationsprojekt mit dem KiKA kann mit der Bewerbung erstmals zusätzlich eine Ideenskizze für ein serielles Format für Kinder ab 8 Jahren eingereicht werden für das Thema Autismus/Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Weitere Informationen siehe:
http://www.akademie-kindermedien.de/bewerbung

„Fight Girl“ gewinnt EFA Young Audience Award 2019

In einer wahrhaft europäischen Abstimmung haben Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren aus 34 europäischen Ländern und 55 Städten den niederländischen Film „Fight Girl“ von Johan Timmers zum Gewinner des EFA Young Audience Awards 2019 gekürt. In dem Coming of Age-Film entdeckt ein zwölfjähriges Mädchen, deren Eltern sich in Scheidung befinden, ihr Talent für das Kickboxing, wobei sie vor allem lernen muss, ihre unkontrollierte Wut in geordnete Bahnen zu lenken.
Im Anschluss an die Vorführungen am 5. Mai diskutierten europaweit mehr als 2.800 junge Kinoliebhaber die drei nominierten Filme, bevor sie ihren Favoriten auswählten. Die Ergebnisse aus den jeweiligen Städten wurden per Videokonferenz live nach Erfurt übermittelt, wo Ivana Noa, ehemalige Jurorin aus Belgien, durch die als Live-Stream im Internet übertragene Preisverleihung führte. Die Aufzeichnung bleibt als VoD im Internet abrufbar, ebenso wie weitere Informationen zum Preis und zu den nominierten drei Filmen, unter:
https://yaa.europeanfilmawards.eu

Aller guten Dinge sind zwei

Nach dem erfolgreichen Gastspiel im vergangenen Jahr findet das 32. Bundes.Festival.Film. erneut in Hildesheim statt. Vom 21. bis 23. Juni treffen sich Deutschlands beste Nachwuchsfilmemacherinnen und -filmemacher im Thega Filmpalast und präsentieren ihre Produktionen. Das Bundes.Festival.Film. bildet das Finale der beiden Bundeswettbewerbe Deutscher Jugendfilmpreis und Deutscher Generationenfilmpreis. Über 750 Produktionen wurden im aktuellen Jahrgang eingereicht, zwei Jurys wählten daraus nun die Nominierungen für das Festival aus. Als generationenübergreifendes Filmforum ist das Bundes.Festival.Film. die traditionsreichste und größte Veranstaltung seiner Art in Deutschland. Alle zwei Jahre wechselt es den Austragungsort und setzt damit bundesweit Impulse für die aktive Filmarbeit. Mit der Stiftung Universität Hildesheim und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst wurden erneut zwei kompetente und engagierte Partner gefunden, die die Festivaltage für Nominierte, Preisträger und Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Insgesamt 44 Filme werden während der drei Festivaltage in öffentlichen und kostenfrei zugänglichen Screenings präsentiert und abschließend in verschiedenen Altersgruppen und Sonderkategorien ausgezeichnet. Am Veranstaltungswochenende werden bis zu 400 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet.
http://www.bundesfestival.de

goEast Preisträger 2019

Im 19. Jahr des Festivals des mittel-und osteuropäischen Films goEast stachen bei den Wettbewerbsfilmen vor allem Werke hervor, die Generationenkonflikte zum Thema hatten und den Fokus auf junge Menschen damals und heute setzten, die mit der Politik der älteren Generation unzufrieden waren und dagegen Widerstand leisteten. Geradezu exemplarisch dafür steh der russische Debütfilm „Acid“ von Alexander Gorschilin, der mit dem Hauptpreis des Festivals ausgezeichnet wurde. Während zwei langjährige Freunde orientierungslos vor sich hintreiben und ihrer Einsamkeit mit Partys, Sex, Drogen und Selbstverstümmelung zu entkommen suchen, verfolgen die Eltern ausschließlich ihre eigenen Interessen und stehen den Problemen ihrer Kinder verständnislos gegenüber. Es ist die auch formal radikal umgesetzte Zustandsbeschreibung einer verlorenen Generation, wobei andere Filme aus Russland und aus Osteuropa dieser Tendenz auch weitaus optimistischere Perspektiven abgewinnen konnten. Weitere Preisträger siehe unter:
https://www.filmfestival-goEast.de
Siehe auch meinen Artikel unter:
https://www.artechock.de/film/text/artikel/2019/04_18_goeast2019.html

Neue Durchblick-DVD zu „Fridas Sommer“

Der autobiografisch geprägte spanische Film „Fridas Sommer“ (OT: Estiu 1993)“ von Carla Simón lässt uns teilhaben an den Gefühlen eines Mädchens, das beide Eltern verloren hat und nach neuem Halt im Leben sucht. Nach dem Tod ihrer beiden Eltern wird das sechsjährige Mädchen liebevoll von Verwandten aufgenommen, die auf dem Land leben. Frida lebt sich nur zögerlich in die neue Umgebung ein, obwohl sie mit ihrer jüngeren Cousine Anna das ungebundene Leben auf dem Land erkunden kann. Trotz des strahlenden Sommers macht sich immer wieder Traurigkeit bei Frida breit. Die Stärke des Films liegt darin, dass Kinder sehr gut mit Frida mitfühlen können, weil er immer auf Augenhöhe des Mädchens bleibt. Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) hat nun zu diesem bereits auf vielen Festivals preisgekrönten und beeindruckenden Film eine Durchblick-DVD mit umfangreichen Begleitmaterialien (Autor: Holger Twele) herausgegeben.
https://durchblick.clubfilmothek.de/frida/lehrer/Fridas_Sommer_gesamt.pdf